Bettina Messinger SPD-Stadträtin in München   |   Sitemap   |   Impressum   |   Kontakt   |   Datenschutz

Dezember 2017

Grußwort bei den Frauen in der Immobilienwirtschaft e. V.

200 Immofrauen haben sich in München bei der "Visionale 2017 - München vernetzt" in München getroffen. In Vertretung des Oberbürgermeisters habe ich dort ein Grußwort gehalten und die Immofrauen in meiner Heimatstadt München herzlich begrüßt.

Rede

Sehr geehrte Frau Hager,
sehr geehrte Frau Preithner,
meine sehr verehrten Damen,

vielen Dank für die Einladung.

Es ist mir eine große Ehre, dass ich Ihnen in Vertretung von unserem Oberbürgermeister Dieter Reiter Grußworte der Landeshauptstadt München überbringen darf.

Kurz zu meiner Person, damit sie sich ein Bild machen können, wer das Grußwort nun hält. Ich bin ehrenamtliche Stadträtin der LH München und stellvertretende planungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Hauptberuflich bin ich als Gewerkschaftssekretärin für Frauen und Gleichstellung bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Bayern tätig.

Die internationale Unternehmensberatung Mercer untersucht regelmäßig die Lebensqualität von Metropolen weltweit. München ist demnach die Stadt in Deutschland, in der es sich am besten leben lässt. Im Ranking von 2017 liegt die bayerische Landeshauptstadt erneut auf Platz vier von 231 untersuchten Großstädten auf der ganzen Welt. München ist wirtschaftlich erfolgreich und hat eine große Anziehungskraft. Bis zum Jahr 2035 soll die Zahl der EinwohnerInnen um 300 000 steigen und 1,85 Millionen erreichen. Das ist eine große Herausforderung. Denn schon längst gehört München auch zu den Spitzenreitern bei Wohnungspreisen, und zwar beim Kauf von Immobilien genauso wie bei den Preisen für Mietwohnungen. Eine der wichtigsten Aufgaben ist sicherlich, für mehr Wohnraum und zwar preiswerten zu sorgen. Aber auch der Verkehr muss weiter funktionieren. Und eine Stadt braucht auch Luft zum Atmen und genügend Grün- und Erholungsflächen. Ebenso braucht es genügend Schulen und Kitas. 2016 hat der Stadtrat mit dem ersten Bauprogramm des Aktionsprogramms „Schul- und Kita-Bau 2020“ mit einem Finanzvolumen von 1,5 Milliarden Euro grünes Licht gegeben und 2017 wurde das zweite Bauprogramm mit einem Finanzvolumen von 2,4 Milliarden Euro beschlossen. Bis 2030 sollen so unter anderem 45 neue Schulen entstehen.

Dies alles bei der begrenzten Fläche der Stadt in Einklang mit der ortsansässigen Bevölkerung zu bringen, ist eine Herausforderung, die manchmal fast unmöglich erscheint.

Sie haben heute schon viele spannende Projekte in München kennengerlernt und waren z. B. in Pasing, haben sich auch mit der Münchner Innenstadt beschäftigt und sich über die Wohnungsbaugenossenschaft wagnis eG informiert. Mit Unterstützung der Mitbauzentrale München haben sich seit 2015 fünf neue Wohnbaugenossenschaften gegründet. Um diese Wohnform zu fördern, werden in den großen städtischen Siedlungsgebieten Grundstücke in einem Umfang von 20 bis 40 Prozent der Gesamtflächen an Baugemeinschaften und Genossenschaften vergeben. Diese bekommen sie überdies mitunter zum günstigen Verkehrswert. 

Ein weiterer Baustein für bezahlbaren Wohnraum ist der „Konzeptionelle Mietwohnungsbau“ (KMB). Die Idee: Der Bauträger bekommt den Baugrund günstiger, verpflichtet sich aber für 60 Jahre, die Wohnungen zu ortsüblichen Mieten zu vermieten. Das heißt die Erst- und Wiedervermietungsmiete ist an den Mietspiegel gekoppelt.

Das Werksviertel im Stadtteil Berg am Laim, das sie heute auch auf dem Programm hatten, hat gerade wieder von sich Reden gemacht. In allen Zeitungen – und zwar nicht nur münchenweit – war vom Wettbewerbsergebnis zum neuen Konzertsaal zu lesen. Das war für mich eine besonders schöne und spannende Aufgabe dort als Sachpreisrichterin mitentscheiden zu dürfen. Über Architektur lässt sich genauso trefflich streiten wie über Kunst. Meiner Meinung nach muss man sich über Architektur sogar streiten. Nichts Schlimmeres, als wenn die Entwürfe für das neue Konzerthaus nicht zu spannenden und kontroversen Diskussionen geführt hätten.

Ihr Ziel den Austausch von Expertinnen der gesamten Immobilienbranche zu erleichtern und erst recht ihr Ziel, die Frauen in der Branche sichtbarer zu machen und die Positionen von Frauen zu stärken, begrüße ich sehr.

In München hat die Vernetzung von Frauen schon eine lange Tradition. Der Stadtbund Münchner Frauenverbände wurde 1914 von Luise Kiesselbach gegründet. Im Stadtbund sind derzeit 55 Münchner Frauenorganisationen zusammengeschlossen.

Wir sind stolz in München, dass von derzeit 11 Referaten 5 von Frauen bei der Landeshauptstadt geleitet werden. Und eine davon ist die Stadtbaurätin Prof. Dr. (l) Elisabeth Merk. Überhaupt werden bei der Stadtverwaltung München, eine nicht ganz kleine Arbeitgeberin mit rund 37.000 Beschäftigten, 48 Prozent der Führungspositionen von Frauen ausgeübt. Wir fördern auch Führung in Teilzeit und zwar nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer. Das Münchner Memorandum für Frauen in Führung hat die Landeshauptstadt München mitunterzeichnet.

Ihr diesjähriges Motto „München vernetzt“ zeigt, dass es auch trotz Technik immer noch die mit Abstand beste Vernetzung ist, sich persönlich kennenzulernen. Persönlichen Austausch kann (noch) keine Technik ersetzen. Und ich bin mir sicher, dass es einen regen Austausch von Visitenkarten gab. Und damit heute Abend auch genügend Zeit für das sogenannte Networking bleibt, möchte ich mit meinem Grußwort schon enden und wünsche ihnen einen schönen Abend und noch zwei weitere interessante Tage in meiner Heimatstadt München